„Braunes Erbe“: Neue Reihe mit dem Theater Bremen
Das Silberbesteck, über dessen Herkunft die Großeltern gern geschwiegen haben, der Schrank auf dem Dachboden, der diesen merkwürdigen Stempel auf der Rückseite hat, die Geige, die eigentlich viel zu kostbar für die Verhältnisse der damals Lebenden war: In vielen Familien finden sich – mal mehr, mal weniger offensichtlich – bis heute Dinge, die früher jüdischen Menschen gehört haben und die nach ihrer Vertreibung oder Ermordung durch die Nazis bei öffentlichen Versteigerungen billig unter die deutsche Bevölkerung gebracht wurden.
Ein Geschäft, an dem das Deutsche Reich verdient hat und aus dem große Teile der Bevölkerung und viele Wirtschaftsunternehmen Profit geschlagen haben. Das Theater Bremen widmet sich dieser systematischen Enteignung mit einer neuen Produktion: „Raub. Verladene Erinnerungen“ von
Regisseurin Melina Spieker kommt im März ins Kleine Haus. Parallel zur Inszenierung gibt es die Veranstaltungsreihe „Braunes Erbe“ als Kooperation von Böll-Stiftung Bremen, Theater Bremen und dem Projekt geraubt.de.
In Vorträgen, Lesungen, Workshops und Stadtführungen wird nach den Lehren aus dem Erbe des Nationalsozialismus gefragt. Wer profitierte vom Unrechtssystem der NS-Diktatur – und wer profitiert noch heute? Welche Orte in Bremen sind mit der Beraubung jüdischer Menschen eng verbunden? Und welche Geschichten von Verfolgung und Vorteilsnahme finden sich innerhalb des Theater Bremen?
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