Mittwoch, 27. Januar 2010 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Zwischen Kairo und Oslo

Barack Obama und die aktuelle US-amerikanische Politik in der Nahostregion

Mit der Rede Barack Obamas in Kairo (Original englisch, Rede in arabischer Sprache siehe unten als Download) am 4. Juni 2009 waren große Erwartungen verknüpft. Auch und gerade in der arabischen Welt wurde der neue amerikanische Präsident euphorisch begrüßt. Obama erfüllte diese Erwartungen, zitierte sicher den Koran, sprach frei und verbindlich und ging mit dem Angebot eines gleichberechtigten und offenen Dialogs auf die arabische und islamische Welt zu.
In der arabischen Welt wird die Rede als Durchbruch, sein Streben nach kultureller, religiöser und politischer Aussöhnung als «Programm» gefeiert.
Am 2. Dezember in der Militärakademie in West Point (Original englisch) erläutert er dann die konkrete Politik der USA in Afghanistan in den kommenden Jahren. Am 10. Dezember spricht Obama bei der Verleihung des Friedensnobelpreises (Original englisch, Rede in arabischer Sprache siehe unten als Download) über die Realitäten der Internationalen Politik. Alle, die die Programmatik des US-Präsidenten als sofort umzusetzende Tagespolitik verstanden hatten, sind enttäuscht und werfen ihm einen Bruch zwischen Wort und Tat vor.

Die Reden von Kairo, West Point und Oslo im Jahr 2009 beschreiben die amerikanische Außenpolitik aus der Sicht Obamas. Wir fragen wie Obamas Reden, Ankündigungen und die faktische US-Außenpolitik in den arabischen Ländern wahrgenomen wird. Hält die Begeisterung für seine Ziele an? Wir fragen, was wir von Obamas Präsidentschaft erwarten können. Wir fragen nach den Chancen, die Konflikte in Afghanistan, Palästina/Israel, Iran und dem Irak anders als bisher zu bearbeiten und zu lösen. Gibt es Chancen für kulturelle, religiöse und politische Aussöhnung? Wie können die Kairoer Ziele von Europa unterstützt werden?

Podium:
Achtung! Veränderung nach kurzfristigen Absagen
Akram Baker ist freier politischer Berater mit einer Ausbildung an der Uni Hamburg und Tätigkeiten für die Ägyptische Zentralbank und die Palästinensische Selbstverwaltungsbehörde.
Dr. Omar Kamil, Politikwissenschaftler und Soziologe, ist seit 2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Simon-Dubnow-Institut in Leipzig.
Moderation: Walid Abd El Gawad, VASA (Vereinigung Arabischer Studenten und Akademiker)
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