Lesung und Gespräch

Dienstag, 30. Juni 2026 19.00 – 20.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Lesung und Gespräch

Von der Ästhetik der Demokratie

Stuttgart in den Roaring Twenties

Stuttgart in den 1920er-Jahren: Die aufstrebende moderne Großstadt ist ein außergewöhnlicher Ort – geprägt von liberalem Geist, bürgerlichem Engagement, Weltoffenheit, Freiheitsliebe und demokratischer Überzeugung.

Trotz politischer Unruhen, sozialer Spannungen und wirtschaftlicher Krisen setzen sich die Bürgerinnen und Bürger mit Leidenschaft für demokratische Ideale und moderne Gesellschaftsformen ein. Frauenrechtlerinnen wie Mathilde Planck, Bildungsvisionärinnen wie Jella Lepman, Politiker wie Kurt Schumacher, Wirtschaftsdemokraten wie Robert Bosch oder Künstler wie Oskar Schlemmer verkörpern diesen Geist einer Stadt, die offen bleibt, wo andere sich verschließen.

In seinem Buch zeichnet der Historiker Dr. Jörg Schweigard anhand bewegender Lebensgeschichten herausragender Stuttgarter Persönlichkeiten ein vielschichtiges Porträt der Stadt in der Weimarer Republik. Die Lebensläufe zeigen eindrücklich, wie viel geistiges und moralisches Potenzial nach 1933 verloren ging. Sie verdeutlichen heute, wie wichtig die demokratische Haltung des Einzelnen ist.

Moderation: Dr. Andreas Baumer, hbs BW


Dr. Jörg Schweigard (1969) studierte an der Universität Stuttgart Geschichte und Germanistik und schloss mit dem Staatsexamen und dem Magister Artium ab. 1997 erhielt er den Wilhelm-Zimmermann-Preis, wurde Stipendiat der FAZIT-Stiftung und promovierte mit einer Studie zur Politisierung deutscher Universitäten während der Französischen Revolution.

Der gebürtige Stuttgarter schrieb unter anderem für „Die Zeit“, veröffentlichte zahlreiche Beiträge zur Weimarer Republik, zur Französischen Revolution in Deutschland sowie zur Demokratiegeschichte, zuletzt als Mitautor des von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier herausgegebenen Sammelbandes über deutsche Demokratinnen und Demokraten. 

Sein aktuelles Buch „Eine neue Ästhetik des Lebens“, das 2026 im Stuttgarter Schmetterling-Verlag erschienen ist, zeichnet anhand bewegender Lebensgeschichten herausragender Stuttgarter Persönlichkeiten ein vielschichtiges Porträt der Stadt in der Weimarer Republik – von den goldenen Jahren des Aufbruchs bis hin zur dunklen Vorahnung des heraufziehenden Nationalsozialismus. Die Lebensläufe zeigen eindrücklich, wie viel geistiges und moralisches Potenzial nach 1933 verloren ging – durch Exil, durch erzwungenes Schweigen oder durch Mord.

Adresse
Stiftung Geißstraße 7
Geißstraße 7
70173 Stuttgart
(Der Eingang ist in der Töpferstraße)
Veranstalter*in
Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg
Sprache
Deutsch
Teilnahmegebühren
Eintritt frei, um Anmeldung wird gebeten.