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- Donnerstag, 23. April 2026 17.30 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
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Tschernobyl: Die Geschichte und ihre neue Gegenwart
Grüne Perspektiven und die nukleare Bedrohung in der Ukraine
„Tschernobyl" steht für weit mehr als nur einen Reaktorunfall. Alles begann am 26. April 1986 mit Radioaktivität und Tod, der Einrichtung einer Sperrzone und der kurzfristigen Umsiedlung hunderttausender Menschen in den Sowjetrepubliken Belarus und Ukraine. Das Geschehen legte den Verfall des sowjetischen Systems schonungslos offen.
Die Reaktorkatastrophe markierte aber auch einen tiefgreifenden Wendepunkt im Bewusstsein der west- und osteuropäischen Gesellschaften über die extremen Gefahren der Atomenergie für Menschen und Umwelt. In vielen Ländern bedeutete sie das Ende ambitionierter Atomkraftwerksprojekte und mobilisierte Bürgerbewegungen in Mittel- und Osteuropa. Das Jahr 1986 wurde so zu einer Zäsur in der gesellschaftlichen Wahrnehmung technologischen Fortschrittes – nicht zufällig erschien im selben Jahr auch Ulrich Becks Buch „Risikogesellschaft“, die ein breites Bewusstsein für die Risiken der wissenschaftlich-technischen Modernisierung schaffte. Zugleich spielte Tschernobyl eine wichtige Rolle für die politische Identität der Grünen, die aus dem breiten gesellschaftlichen Zuspruch für einen Atomausstieg einen langjährigen politischen Kampf entwickelten.
2026 - vier Jahrzehnte später - ist der Jahrestag von Tschernobyl aktueller denn je. Die Debatte über Risikotechnologien hat an Bedeutung noch gewonnen. In seinem Krieg gegen die Ukraine beschießt Russland nicht nur die Schutzhülle um den alten Unfallreaktor in Tschornobyl, wie der namengebende Ort hier korrekt aus dem Ukrainischen transkribiert werden soll, wenn von der Gegenwart die Rede ist. Russland besetzt Anlagen und beschädigt mutwillig kritische Infrastrukturen rund um Reaktoren – wie damals ein höchst fahrlässiges Spiel mit der nuklearen Sicherheit der Menschen in der Region und auch weit über die Ukraine hinaus. Die russische Atomwirtschaft bleibt ein erfolgreiches geopolitisches Machtinstrument Russlands. Hierzulande ist es seit dem endgültigen Ausstieg Deutschlands aus der Atomkraft vor drei Jahren eher ruhig geworden.
Was bleibt von Tschernobyl/ Tschornobyl? Wir laden ein zu einer Diskussion über grüne Geschichte und die Sicherheit in Europa.
Mit:
- Rebecca Harms, Anti-Atomkraft-Aktivistin, ehemalige MdEP und Vorsitzende der Fraktion Die Grüne/ Europäische freie Allianz
- Tatiana Kasperski, Politikwissenschaftlerin, Södertörn University, Schweden
- Olexi Pasyuk, „Ecoaction“, Ukraine
- Carla Reemtsma, Klimaaktivistin und Sprecherin von Fridays for Future Deutschland
- Frank Uekötter, Technik- und Umwelthistoriker, Professor an der Ruhr Universität Bochum
Kontakt:
Dr. Clara Frysztacka
Referat Zeitgeschichte
Heinrich-Böll-Stiftung
E clara.frysztacka@boell.de
Robert Sperfeld
Refeat Ost- und Südosteuropa
Heinrich-Böll-Stiftung
E robert.sperfeld@boell.de
» Teilnahme vor Ort
im Konferenzzentrum der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin
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- Zeitzone
- CEST
- Adresse
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- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
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