Freitag, 29. Januar 2010 19.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Südafrika 2010: Kick Daimler

Der Kampf der Apartheid-Opfer um Entschädigung

Der Auftritt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika steht unter keinem guten Stern. Das Problem ist nicht das DFB-Team, sondern dessen Hauptsponsor: Mercedes-Benz.

Bei SüdafrikanerInnen die ihr Leben im Kampf gegen das rassistische Apartheidregime riskierten, ruft  das Daimler-Logo dunkle Erinnerungen wach. Im April 2009 hat ein US-Bundesbezirksgericht in New York eine Sammelklage wegen Beihilfe zu schweren Menschenrechtsverletzungen während der Apartheid gegen Daimler und vier weitere Konzerne zugelassen. Die Vorwürfe gegen Daimler: Die Lieferung von mindestens 2.500 Unimogs die als Truppentransporter oder Raketenwerfer genutzt wurden. Außerdem Dieselmotoren für Panzer und Hubschrauber zur Überwachung von Demonstrationen. Durch seine Geschäfte mit dem Apartheidregime beteiligte sich Daimler an der Unterdrückung des schwarzen Befreiungskampf und der Destabilisierung der  Region. Die südafrikanische medico-Partnerorganisation Khulumani Support Group fordert die Anerkennung des begangenen Unrechts und Entschädigungszahlungen. Die zunehmende Aufmerksamkeit durch die WM in Südafrika soll auch dazu genutzt werden, den Druck auf Daimler in Deutschland zu erhöhen.

Auf der Veranstaltung berichtet der Khulumani-Aktivist Tshepo Madlingozi über die aktuelle gesellschaftliche Situation in Südafrika, die Nachwirkungen der Apartheid, den Stand der Entschädigungsklage und die Rolle der deutschen Apartheidprofiteure. Im Anschluss soll auch über Möglichkeiten einer gemeinsamen „Anti-Daimler-Kampagne“ (Arbeitstitel) diskutiert werden.