Freitag, 23. April 2010 19.00 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Libertad y Desorden/Freiheit & Unordnung - Junge Kunst aus Kolumbien

Erinnerungstheater in einem gespaltenen Land - Versuch einer Erklärung

Im Rahmen des Kolumbien-Theaterfestivals “Libertad y Desorden/Freiheit & Unordnung -  Junge Kunst aus Kolumbien“, 22. April bis 1. Mai 2010, im Theater Hebbel am Ufer (HAU)
 
Fr, 23. April 2010, 19.00 Uhr, Vortrag, HAU 2
Vortrag:
Erinnerungstheater in einem gespaltenen Land - Versuch einer Erklärung 
 
Seit langem ist die Auseinandersetzung mit der Gewalt und den bewaffneten Konflikten ein zentraler Faktor in allen kolumbianischen Regierungsprogrammen. Unter der Regierung Uribe hat der Prozess um das Gesetz „Justicia y Paz“ (Gerechtigkeit und Frieden) von 2005 große Bedeutung erhalten. Es sollte den Entmilitarisierungsprozess im Land regeln und richtete sich in erster Linie an Paramilitärs, die ihre Waffen abgeben. Dafür werden ihnen u.a. weitgehende Straflosigkeit zugestanden bzw. sehr niedrige Strafen angesichts der begangenen Verbrechen. Welchen Umgang findet die kolumbianische Gesellschaft mit einem Gesetz, dass keine Gerechtigkeit schafft? Was bedeutet Übergangsjustiz („transitional justice“) für alle am Konflikt Beteiligten und für die Gesellschaft als Ganzes? Was heißt dieser Prozess für die ca. vier Millionen Vertriebenen in Kolumbien? In welchem Zusammenhang stehen der rechtliche Umgang mit dem Drogenhandel und die Praxis der Auslieferungen an die USA mit dem Prozess von „Justicia y Paz“? 
 
Mit:
Dr. Iván Orozco, Politikwissenschaftler
Ivan Orozco ist Professor für Politik und Sozialwissenschaften an der Universidad de los Andes in Bogotá und begleitet die kolumbianischen Prozesse der Übergangsjustiz seit langem.