- Dienstag, 23. März 2010 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Leben im Totalitarismus
Oral-History-Forschung von Memorial in Russland
Präsentation und Diskussion
Seit dem Ende der Sowjetunion vor knapp 20 Jahren hat die Gulag-Forschung enorme Fortschritte gemacht. Die entlegene und unbekannte Welt des von Alexander Solschenizyn erstmals vermessenen Archipels der Leiden wird so langsam aber stetig erkundet. Daran ändert auch wenig, dass seit Wladimir Putins Amtsantritt russische Archive immer schwerer zugänglich sind und vor allem die KGB-Archive teilweise wieder völlig geschlossen wurden. An der Erforschung des Gulag, der staatlichen Repressionen, des Terrors und des Lebens und Überlebens im Lager hat das wissenschaftliche Informationszentrum von Memorial, auch mit Unterstützung der Heinrich Böll Stiftung, großen Anteil.
Weitgehend unerforscht ist aber nach wie vor der Alltag im Totalitarismus. Zwar gibt es eine offizielle Historiographie, aber nur sehr wenige Informationen über das Leben der Menschen außerhalb der staatlichen Repressionsmaschine. Diese Lücke versucht Memorial mit dem Projekt „Die letzten Zeugen` zumindest ein wenig zu schließen. Schon seit über zehn Jahren werden Audio-Interviews mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen aufgezeichnet: mit ehemaligen Gulag-Häftlingen aus den 1930er, 1940er und 1950er Jahren; mit Angehörigen von als „Vaterlandsverräter` Hingerichteten, die als „Familienmitglieder von Vaterlandsverrätern` eine eigene Bestraftenkategorie bildeten; mit sogenannten „entkulakisierten` Bauern; mit Verbannten; mit Deportierten; mit Mitgliedern nationaler Befreiungsbewegungen. Es gab, vor allem unter Stalin, sehr viele Verfolgtenkategorien in der Sowjetunion.
Seit dem Ende der Sowjetunion vor knapp 20 Jahren hat die Gulag-Forschung enorme Fortschritte gemacht. Die entlegene und unbekannte Welt des von Alexander Solschenizyn erstmals vermessenen Archipels der Leiden wird so langsam aber stetig erkundet. Daran ändert auch wenig, dass seit Wladimir Putins Amtsantritt russische Archive immer schwerer zugänglich sind und vor allem die KGB-Archive teilweise wieder völlig geschlossen wurden. An der Erforschung des Gulag, der staatlichen Repressionen, des Terrors und des Lebens und Überlebens im Lager hat das wissenschaftliche Informationszentrum von Memorial, auch mit Unterstützung der Heinrich Böll Stiftung, großen Anteil.
Weitgehend unerforscht ist aber nach wie vor der Alltag im Totalitarismus. Zwar gibt es eine offizielle Historiographie, aber nur sehr wenige Informationen über das Leben der Menschen außerhalb der staatlichen Repressionsmaschine. Diese Lücke versucht Memorial mit dem Projekt „Die letzten Zeugen` zumindest ein wenig zu schließen. Schon seit über zehn Jahren werden Audio-Interviews mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen aufgezeichnet: mit ehemaligen Gulag-Häftlingen aus den 1930er, 1940er und 1950er Jahren; mit Angehörigen von als „Vaterlandsverräter` Hingerichteten, die als „Familienmitglieder von Vaterlandsverrätern` eine eigene Bestraftenkategorie bildeten; mit sogenannten „entkulakisierten` Bauern; mit Verbannten; mit Deportierten; mit Mitgliedern nationaler Befreiungsbewegungen. Es gab, vor allem unter Stalin, sehr viele Verfolgtenkategorien in der Sowjetunion.
- Veranstalter*in
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