Sonntag, 07. Juni 2026 14.00 – 16.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Hegel gegen den Antisemitismus

Stadtspaziergang rund um die HU Berlin

Der moderne Antisemitismus nimmt seinen Aufstieg nach der Französischen Revolution von 1789. Die Antisemiten der ersten Stunde waren dabei oft Freiheitsbewegte wie Fichte (Rektor der Berliner Universität 1811-12) und andere Berliner Intellektuelle, oder die Burschenschaften. 1819 kam es schließlich zu den Hep-Hep-Krawallen, dem ersten deutschlandweiten Pogrom – auch hier in Berlin.
Gegen den antisemitischen Mob stellten sich nicht zuletzt Hegel und seine Schüler. Hegel lehrte von 1818 bis 1831 als weithin berühmter Philosoph an der Berliner Universität. Nicht nur in seiner Philosophie, sondern auch in seinen politischen Interventionen positionierte er sich klar gegen eine antisemitische, nationalistische Moderne. Berühmt ist der Satz aus seiner Rechtsphilosophie: „Der Mensch gilt so, weil er Mensch ist, nicht weil er Jude, Katholik, Protestant, Deutscher, Italiener usf. ist.“ Auf Burschenschaftsversammlungen sprach er sich deutlich gegen die dortigen reaktionären Tendenzen aus.
Zu seinen Schülern in Berlin gehörten Heinrich Heine, Eduard Gans und Friedrich Wilhelm Carové. Gans war Präsident der ersten jüdischen Selbstschutz- und Reform-Vereinigung, Carové trat für die Aufnahme von jüdischen Studenten in die Burschenschaften ein. Mit Eduard Gans und Karl August Varnhagen – Ehemann der Salonnière Rahel Varnhagen – gab Hegel die „Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik“ heraus. Mit der Familie Mendelssohn war er eng befreundet.
Die Tour führt zu Orten Hegels rund um die HU Berlin, zu Orten von Hegels jüdischen Schülern und Freunden, und schließlich zu Orten, die an die Anfänge des modernen Antisemitismus und des Kampfes gegen diesen erinnern.

Datum: 07.06.2026, 14:00 - 16:30 Uhr
Treffpunkt: wird nach Anmeldungen bekannt gegeben
Mit: Emanuel Kapfinger

Emanuel ist Mitglied des Arbeitskreis Internationale Politik und Politische Theorie des Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung. Website: www.emanuel-kapfinger.net.

Die Teilnahme ist kostenfrei!

Die Veranstaltung wird gefördert von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung.
Adresse
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung

Veranstalter*in
Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
Sprache
Deutsch