Freitag, 15. Dezember 2006 18.00 – 20.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Hannah-Arendt-Preis 2006

Preisverleihung

Der Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken geht in diesem Jahr an die französische Psychoanalytikerin, Philosophin und Schriftstellerin Julia Kristeva.

In ihrer Begründung würdigte die Jury Frau Kristevas Fähigkeit, über die Grenzen der akademischen Disziplinen hinaus öffentlich zu denken. Julia Kristeva habe die Grenzen zwischen Psychoanalyse und politischem Denken durchlässig gemacht: Als politische Person hinterfrage sie die Evidenzen des wissenschaftlichen Diskurses, als Psychoanalytikerin und Schriftstellerin betone sie die Öffnung hin zur politischen Sphäre.

Julia Kristeva wurde 1941 in Bulgarien geboren, studierte Romanistik und kam 1965 im Rahmen eines französisch-bulgarischen Austauschprogramms nach Paris. Sie blieb dort und beendete ihre akademische Ausbildung mit einer Habilitation („Die Revolution der poetischen Sprache“). Ihr Werk umfasst Arbeiten zur heutigen Psychoanalyse, zur Kultur- und Religionsphilosophie und zum Zeitgeschehen. Seit Anfang der 1990er Jahre steht Hannah Arendt im Mittelpunkt ihres politischen Denkens. Frau Kristeva erhielt zahlreiche Auszeichnungen; führende europäische und amerikanische Universitäten verliehen ihr die Ehrendoktorwürde. Zuletzt erhielt sie den renommierten norwegischen Holberg-Gedenkpreis der Universität Bergen.

Auf Deutsch sind u.a. erschienen: Die Revolution der poetischen Sprache (1978), Die neuen Leiden der Seele (1989), Fremde sind wir uns selbst (2001), Hannah Arendt – Das weibliche Genie (2002).

Programm

Den Preis überreichen an Frau Kristeva:
Jens Böhrnsen, Bürgermeister und Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen
Ralf Fücks, Vorstand der  Heinrich-Böll-Stiftung

Vortrag: Julia Kristeva

Laudationes:
Daniel Cohn-Bendit, MdEP
Mihály Vajda, Philosoph, Budapest

Am folgenden Tag findet eine Diskussionsveranstaltung zum Festvortrag von Frau Kristeva unter dem Titel  `Gibt es Berührungspunkte zwischen dem Denken von Hannah Arendt und der Psychoanalyse?` statt.

Pressemitteilung
Flyer (PDF)
Veranstalter*in
Landesstiftung Bremen