- Freitag, 26. Januar 2007 19.30 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Gerdas Schweigen - Lesung mit Knut Elstermann
Schon als Kind war Knut Elstermann
von »Tante Gerda« aus Amerika fasziniert.
Niemand durfte bei ihrem Besuch in
Ostberlin darüber sprechen, dass sie ihr
Baby in Auschwitz verloren hatte.
Überhaupt war manches eigenartig mit
diesen Besuchen und mit den Geschichten,
die man sich in der Familie über diese
jüdische Tante erzählte. Erst nach der
Wende begann der Ostberliner, sich
genauer mit diesen Geschichten und seiner
Familie in der Nazi-Zeit zu beschäftigen. Er
besuchte Gerda in New York. Zum ersten
Mal nach fast 60 Jahren sprach sie
ausführlich über ihr Schicksal in Auschwitz,
über ihre Schwangerschaft unter den
Augen des KZ-Arztes Mengele und über
ihre Rettung … Nur einmal hat Gerda von
ihrem Schicksal gleich nach dem Krieg
erzählt, doch niemand wollte ihre
Geschichte hören. So schwieg sie, bis der
40 Jahre jüngere, in Ostberlin geborene
Enkel einer ihrer Freundinnen von einst,
sie befragte. Knut Elstermann hat sie nach
der Wende in New York und die Orte des
Geschehens besucht, er hat Spuren
verfolgt und mit vielen Menschen
gesprochen, Episoden, die in der Familie
erzählt wurden, überprüft und im
Familienalbum geblättert. Dabei
herausgekommen ist nicht nur die
Rekonstruktion dieser einen
Lebensgeschichte, sondern es gibt auch
überraschende Erkenntnisse über Täter
und Opfer in der Zeit des
Nationalsozialismus und über den Umgang
mit dem Thema bis heute.
Die Reise in die Familiengeschichte gerät unversehens zu einer Auseinandersetzung mit dem eigenen Geschichtsbild.
Knut Elstermann
Geboren 1960 in Ostberlin, studierte Journalistik in Leipzig und arbeitete als Redakteur bei verschiedenen DDR-Medien. Seit der Wende ist er freier Moderator und Filmjournalist, vor allem für ARD-Hörfunk und –Fernsehen sowie 3sat, ARTE und N24. Arbeiten u. a. über das Kino in Russland und Israel, die DEFA und Babelsberg, Volker Schlöndorff und Andreas Dresen.
Der Autor steht für Interviews und Gesprächsrunden zur Verfügung.
Die Reise in die Familiengeschichte gerät unversehens zu einer Auseinandersetzung mit dem eigenen Geschichtsbild.
Knut Elstermann
Geboren 1960 in Ostberlin, studierte Journalistik in Leipzig und arbeitete als Redakteur bei verschiedenen DDR-Medien. Seit der Wende ist er freier Moderator und Filmjournalist, vor allem für ARD-Hörfunk und –Fernsehen sowie 3sat, ARTE und N24. Arbeiten u. a. über das Kino in Russland und Israel, die DEFA und Babelsberg, Volker Schlöndorff und Andreas Dresen.
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