Montag, 13. September 2010 00.00 Uhr – Sonntag, 12. September 2010, 23.59 Uhr In meinem Kalender speichern

`Der Geschichte in die Speichen greifen` - Jugendlicher Widerstand in der frühen DDR

veranstaltet von `Friedrich Naumann Stiftung`

Am 13. September 1950 verurteilte ein sowjetisches Militärgericht in Weimar eine Widerstandsgruppe. Diese hatte in Altenburg antikommunistische Flugblätter verteilt und versucht, mit einem selbstkonstruierten Radiosender eine Rede des DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck zu Ehren Stalins zu stören.

Zu ihren Köpfen zählten zwei Liberaldemokraten, Wolfgang Ostermann, 22, Neulehrer und Funktionär der LDP und Hans-Joachim Näther, 20, ein kurz vor dem Abitur stehender Oberschüler. Beide hatten gegen die Gleichschaltung ihrer Partei in der DDR protestiert. Nach einem einwöchigen Geheimprozess wurden sie gemeinsam mit dem Lehrer Siegfried Flack, 21, zum Tode verurteilt und kurze Zeit darauf hingerichtet. 12 Mitangeklagte mussten für mehrere Jahre ins Zuchthaus oder in die Lager des sowjetischen Gulag. Später wurde mit dem zunächst entkommenen Oberschüler und Pfarrerssohn Ludwig Hayne ein vierter Jugendlicher hingerichtet.

Im Beisein des damals zu zehn Jahren „Besserungsarbeitslager“ verurteilten Gerhard Schmale wird der Dokumentarfilm „Vier Schüler gegen Stalin“ gezeigt und anschließend diskutiert, der die 60 Jahre zurückliegenden Vorgänge beleuchtet.
Friedrich Naumann Stiftung