Montag, 06. Februar 2006 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Berliner Hochschuldebatte 20 - Lebensrisiko Habilitation?

Was wird aus unseren `Höchstqualifizierten`?

Kaum ein Karriereweg ist länger als der zur Professur. Und nur wenige sind so unsicher. <br>Während ein Studienabschluss heute die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit ist, bedeutet die wissenschaftliche Weiterqualifikation für die Professur ein hohes persönliches Risiko. Nur für rund ein Fünftel aller professorablen Wissenschaftler gibt es offene Professorenstellen. Gelangen Habilitierte nicht auf einen dieser Posten, so stehen sie sehr oft vor einem doppelten Problem: Das Wissenschaftssystem bietet ihnen erstens neben regulären Professuren nur sehr wenige dauerhafte Beschäftigungsmöglichkeiten. Außerhalb des akademischen Betriebs gelten sie zweitens aufgrund ihrer Spezialisierung – und häufig wegen ihres Alters – als schwer vermittelbar. So kommt es, dass sich viele Habilitierte heute in prekären Arbeitsverhältnissen befinden.<br><br> Die Schätzungen, wie viele genau von diesem Schicksal betroffen sind, belaufen sich auf 5.000 bis 20.000. Es fehlen Verbleibstudien und statistische Erhebungen für Promovierte und Habilitierte. Offenbar will die Politik nicht so genau wissen, was aus den Höchstqualifizierten im akademischen System wird und ob sie sinnvoll für das Allgemeinwohl eingesetzt sind.<br><br> Die 20. Berliner Hochschuldebatte will deshalb zunächst versuchen, einen statistischen Blick auf den Arbeitsmarkt für Habilitierte und Promovierte zu werfen. <br>Im Anschluss daran fragen wir, wo Ansatzpunkte für die Verbesserung ihrer Situation liegen. <br>Ist die Juniorprofessur eine Alternative? Kann die Habilitation stärker praxisorientiert – auch im Hinblick auf den Arbeitsmarkt außerhalb der Hochschulen – angelegt werden? <br>Wie kann der individuelle „Ausstieg“ aus dem Wissenschaftssystem erleichtert werden? <br> Helfen neue Personalstellen wie der „senior lecturer“ oder „researcher“ - etwa im Rahmen des Hochschulpakts – weiter? <br><br><b>Mit:</b><br><b>Christoph Ehrenberg</b>(Abteilungsleiter Hochschule BMBF), <br> <b>Prof. Peter Hommelhoff </b>(Rektor Universität Heidelberg), <br> <b>Dr. Ulrike Preißler </b> (Deutscher Hochschulverband), <br><b>Gerd Köhler</b> (GEW) und <B>Dorothea Beutling </b>(Deutscher Hochschullehrerinnenbund),<br> <b>Christian Gizewski </b>(TU Berlin). <br><br><b>Moderation:</b> Martin Spiewak (Die Zeit)