Dienstag, 23. Februar 2010 10.30 – 17.00 Uhr In meinem Kalender speichern

6.Gender-Fachdialog: Die Zukunft der Krise

Genderperspektiven in der Wirtschafts- und Finanzkrise zwischen alten Strukturen und neuen Modellen

Die Wirtschafts- und Finanzkrise ist im September 2009 ein Jahr alt geworden - wenn man die Insolvenz von Lehmann Brothers als Geburtsstunde annimmt.

In diesem ersten Jahr wurde nach Erklärungen für die Krise gesucht, Rettungspakete aufgelegt und über Möglichkeiten zur Verhinderung solcher Krisen verhandelt. Die Prognosen für die Zukunft sehen – die je nach Blickwinkel – düstere Zeiten, ein tapferes „Weiter so“ oder die Chance zum Wandel voraus.

Nach anfänglicher Unsichtbarkeit ist mittlerweile in der Behandlung der Thematik auch die Genderrelevanz zum Vorschein gekommen: So ist einerseits zu vernehmen, dass die drohende Arbeitslosigkeit Männer weit häufiger betreffen werde als Frauen. Andererseits wird behauptet, Frauen würden weit weniger von den Konjunktur- und Rettungspaketen profitieren als Männer. Was ist nun richtig?

Für die Zukunft sagen einige voraus, dass sich der Neoliberalismus und die Geschlechterverhältnisse restaurieren werden. Andere hingegen sind der Meinung, dass „Female Values“ durch die Krise gestärkt und vermehrt Eingang in die Unternehmen finden würden. Wie passt das zusammen?

In diesem Fachdialog steht also die Frage im Mittelpunkt, wie die Zukunft der Krise aussehen kann. Dies ist durchaus doppeldeutig gemeint, denn es geht sowohl um die Zukunft der Krise, also die Frage wie sie sich weiterentwickeln wird. Ebenso ist von Interesse, welche Zukunft sich aus der Krise denken lässt. Bei beiden Perspektiven stehen die Auswirkungen auf Frauen und Männer im Fokus der Betrachtung sowie das Aufzeigen möglicher Handlungsoptionen für Gender-AkteurInnen.

Im Einleitungsbeitrag werden die Hintergründe und Wandlungspotentiale durch die aktuelle Krise sowohl für das wirtschaftliche Selbstverständnis als auch für geschlechterdemokratische Perspektiven dargelegt. In den folgenden parallelen Arbeitsgruppen werden zum einen beschäftigungspolitische Handlungsoptionen durch die Krise erörtert und zum anderen Hinweise für die kritische Bewertung von Kriseninterventionen diskutiert.

Hintergrund zum Fachdialog:
Seit 2005 veranstaltet ver.di einen Fachdialog zum Thema Gender. Bei den Fachtagungen mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen stehen Ansatzpunkte und Praxiserfahrungen im Mittelpunkt, die dazu beitragen, Genderaspekte und Geschlechterdemokratie in gesellschaftliche und organisationale Zusammenhänge zu implementieren und umzusetzen.

ver.di bietet damit eine Plattform zum Austausch für Expertinnen und Experten aus Theorie und Praxis, aus Organisationen und Unternehmen.
Programm & Anmeldung (PDF)