Podiumsdiskussion

Donnerstag, 10. Dezember 2026 18.30 – 20.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Podiumsdiskussion

Zwei deutsche Familiengeschichten

Recherchen zur NS-Zeit und danach

Mehr als 80 Jahre nach Kriegsende eine immer noch ungewöhnliche Zusammensetzung: Judy Rosenthal und Frank Paulun präsentieren zwei deutsche Familiengeschichten, die unterschiedlicher nicht sein können. Anschließend ist Zeit für Fragen und Diskussion.

Die selbstständige Übersetzerin Judy Rosenthal begann bereits 2004 mit der Erforschung ihrer deutsch-jüdischen Familiengeschichte. Bisher hat sie herausgefunden, dass 17 Angehörige aus München und Augsburg von den Nationalsozialisten ermordet wurden; drei weitere nahmen sich nach ihrer Flucht das Leben. Andere wiederum bauten in der Emigration neue Existenzen auf. Ihre Ergebnisse zeigt Judy Rosenthal in Form eines kurzen Animationsfilms.

Die Recherchen des ehemaligen Heimleiters Frank Paulun gingen von alten Familienfotos und Dokumenten aus. Diese ergänzte er dann durch Entdeckungen in verschiedenen Archiven und stellte fest, dass sein Großvater in der NS-Zeit als Wuppertaler Polizist u.a. in einem Polizeibataillon an Verbrechen in Osteuropa beteiligt war. Er stellt die bisher gewonnenen Informationen in einer Präsentation vor.

Beide Familienrecherchierenden blicken nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch auf die Auswirkungen bis heute. So konträr ihre Geschichten auch sind, führten sie bei beiden zu der Erkenntnis, wie wichtig es ist, für Demokratie, Menschenrechte, Wahrheit und eine offene Gesellschaft einzustehen. „Es verbindet uns viel mehr, als uns trennt“, so beide.

Eingeführt und moderiert wird die Veranstaltung vom Gedenkstättenpädagogen Gottfried Kößler, der nach den Präsentationen in eine Frage- und Diskussionsrunde überleiten wird.
Adresse
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung

Veranstalter*in
Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
Sprache
Deutsch