Sonntag, 28. Februar 2010 20.00 In meinem Kalender speichern

Weltausstellung Prinzenstraße IV: Reporting Violence

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG UND GESPRÄCH

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG UND GESPRÄCH: WOLF BÖWIG UND PEDRO ROSA MENDES – VON DER NOTWENDIGKEIT UND SCHWIERIGKEIT DER BERICHTERSTATTUNG ÜBER GEWALT

Der in Hannover lebende, vielfach ausgezeichnete Fotograf Wolf Böwig hat unter anderem in Osttimor, Burma, Afghanistan, Somalia, Ruanda und Sierra Leone gearbeitet. Er hat Menschen fotografiert, die außerhalb jeder für uns vorstellbaren Konvention leben; deren Existenz von nichts anderem bestimmt zu sein scheint, als vom Kampf ums Überleben. Und doch erzählen seine Bilder vom tiefen Glauben an die menschliche Würde. Der portugiesische Autor Pedro Rosa Mendes hat Reportagen und Bücher über Ruanda, Sierra Leone, West Sahara, Angola und Afghanistan veröffentlicht.

Eine Reihe von Reisen haben Böwig und Rosa Mendes gemeinsam unternommen und – jeder mit seinen Mitteln – gemeinsam darüber berichtet. In ihrer Ausstellung »Reporting Violence«, die wir am 28. Februar an der Außenfassade des Schauspielhauses in der Prinzenstraße zeigen, reflektieren sie eindrücklich ihre Erfahrungen als Berichterstatter weltweiter Gewalt. Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung haben wir sie zu einem Gespräch eingeladen. »In letzter Konsequenz ist das Schweigen der Gipfel der Verneinung des Menschen: Der Angriff auf das Menschlichste, die Worte. Das Abbrechen der Sprache entspricht genau der Definition von Völkermord, einer Verschwörung zum Vergessen mittels der Auferlegung der letzten Gewalt, jener, die in jedem Einzelnen die Erzählung zu tilgen beabsichtigt, die sein Menschsein ausmachen. Daher der Nachdruck, zu berichten, über das hinaus zu schauen, was uns gezeigt wird – oder gar die Grenze des Erzählbaren zu überwinden.« Pedro Rosa Mendes
Schauspielhaus Hannover
Veranstalter*in
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