Mittwoch, 14. April 2010 20.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Weder Frau noch Mann

Intersexuelle Menschen zwischen Medizin und Menschenrecht

Die Existenz von Menschen, die sich biologisch nicht eindeutig in die Kategorie „Frau“ oder „Mann“ einordnen lassen, wird in der Öffentlichkeit meist gar nicht wahrgenommen. Sogenannte Intersexuelle, Hermaphroditen oder auch Zwitter werden schon als Kleinkinder medikamentös oder operativ behandelt mit dem Ziel, ihnen ein „eindeutiges“ Geschlecht zuzuweisen. Meist geschieht das, bevor sie alt genug sind mitzuentscheiden. Sie geraten in die Mühlen der Medizin und leiden unter den Folgen der Behandlung oft ihr ganzes Leben lang. Der Eingriff in die sexuelle Selbstbestimmung führt häufig zu Depressionen, nicht selten auch zu Suiziden. Angehörige werden oft nicht umfassend aufgeklärt und beraten. Sie fühlen sich massiv unter Druck gesetzt.

„Warum und wieso kann es nicht einfach akzeptiert werden, dass es ein ‘drittes Geschlecht’ gibt? Es ist die unbeschreibliche Ohnmacht, die einen überfällt wenn man einmal mehr als nicht existent bezeichnet wird“.
(Auszug aus einem online-Tagebuch eines Betroffenen)

Impulsreferat von Michel Reiter:
„Hermaphroditen: das unaussprechlich Reale?“
Er kämpft seit Jahren für die Anerkennung einer dritten Geschlechterkategorie in Deutschland.

In der Talkrunde:
Lucie Veith, Gruppe Intersexueller Menschen e.V., Hamburg
Prof. Dr. Konstanze Plett, Professorin für Rechtswissenschaften und Gender Law, Universität Bremen

Moderation:
Björn Fecker, MdBB, stellvertretender Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Die Diskussionsveranstaltung ist für alle Interessierten offen.
belladonna