Montag, 08. März 2010 20.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Lesung und Gespräch mit Prof. Dr. Rolf Pohl

`Feindbild Frau` - Männliche Gewalt und die Abwehr des Weiblichen

2009 stellte die UNO den „gemeinsamen Kampf von Männern und Frauen für die Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen“ in den Mittelpunkt des Weltfrauentages. „Nach dem Weltbevölkerungsbericht der UNO aus dem Jahr 2000 wird weltweit jede dritte, nach einer Untersuchung der Weltbank von 2001 jede fünfte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von Männern geschlagen, vergewaltigt oder auf andere Weise körperlich oder sexuell misshandelt. …“ („Feindbild Frau“, Rolf Pohl). Pohls Studie zeigt, dass die vorherrschende Einstellung des Mannes zur Frau durch eine gefährliche Mischung aus Lust, Angst, Neid und Hass gekennzeichnet ist, die in Zeiten innerer und äußerer Krisen gewaltsam ausbrechen kann. Dabei wird Angst in Grausamkeit umgewandelt und kann sich in den bekannten Formen sexueller Gewalt äußern. Sexuelle Gewalt, so Rolf Pohl, dient nicht nur der Wiederherstellung einer beschädigten Männlichkeit ,sondern auch der sexuellen Befriedigung des Mannes; vom nicht-sexuellen Charakter der sexuellen Gewalt zu sprechen, sei demnach naiv.  Wie können angesichts derart beschriebener Verhältnisse Frauen und Männer den Kampf gegen diese Art von Menschenrechtsverletzung führen?

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