Samstag, 17. April 2010 10.00 – 13.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Gewalt gegen Frauen | Fachtagung

Gewalt gegen Frauen beginnt dort, wo Frauen in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt werden, etwa dann, wenn sie bestimmte Orte oder Situationen meiden müssen, um Belästigungen oder Bedrohungen zu entgehen. Gewalt gegen Frauen hat viele Erscheinungsformen, z.B. sexuelle Belästigung, Demütigung, Bedrohung, Prügel, soziale Kontrolle, sexuelle Nötigung, Stalking, Vergewaltigung.

In den vergangenen Jahren ist neben der sexuellen Gewalt die so genannte „häusliche Gewalt“ in den Vordergrund der fachlichen und politischen Diskussion gerückt. Gemeint ist damit Gewalt im engen sozialen Nahbereich, in Paarbeziehungen. Es handelt sich dabei häufig um einen Komplex körperlicher, sexueller und psychischer Misshandlungen. In Niedersachsen gab es im Jahr 2008 laut Polizeistatistik über 11.000 Fälle von häuslicher Gewalt. Die Betroffenen kommen aus allen sozialen Schichten mit unterschiedlichsten Bildungsniveaus und kulturellen Hintergründen. Und Gewalt gegen Frauen betrifft auch immer ihre Kinder.

Die WHO bezeichnet Gewalt gegen Frauen als eines der größten Gesundheitsrisiken weltweit, und es können langfristig soziale und psychosoziale Folgen auftreten, wie Trennung, Wohnungswechsel, Arbeitsplatzverlust. Mit der Fachtagung „Gewalt gegen Frauen“ möchte der Landesfrauenrat gemeinsam mit der Stiftung Leben & Umwelt | Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen über aktuelle Forschungsergebnisse informieren, und das Hilfesystem in Niedersachsen vorstellen.

Mit einem Impulsvortrag wird Frau Dr. Schröttle vom Interdisziplinären Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Bielefeld über das Ausmaß und die Folgen häuslicher Gewalt gegen Frauen und Kinder und die Notwendigkeit frühzeitiger Unterstützung und Prävention (Ergebnis einer deutschen repräsentativen Studie) informieren. Frau Buskotte vom Landespräventionsrat berichtet über die Aktivitäten Niedersachsens im Rahmen des Kooperationsprojektes „Häusliche Gewalt“.

Anschließend können die Teilnehmerinnen an „Runden Tischen“ die einzelnen Aspekte mit Expertinnen aus den Bereichen „Gesundheitsfolgen häuslicher Gewalt“, „Einbeziehung von Betrieben – Stichwort: Business gegen häusliche Gewalt“, „Frauenhäuser“, „Beratungsstellen – allgemein und speziell für Migrantinnen“ , „Frauenhandel“ sowie „Polizeiliches Hilfesystem für von Gewalt betroffene Migrantinnen“ vertieft diskutieren.

Die Veranstaltung wird vorbereitet und durchgeführt von Vertreterinnen der auf diesem Feld arbeitenden Verbände und Gruppen. Ziel der Veranstaltung ist, dass sich die Mitgliedsverbände des Landesfrauenrates und interessierte Gäste aus der Region intensiv mit diesem Problemfeld beschäftigen, sich informieren und miteinander ins Gespräch kommen.
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