Donnerstag, 16. September 2010 10.00 – 18.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Für eine faire Arbeitswelt – Gegen Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung

veranstaltet von `Friedrich Ebert Stiftung`

Internationale Impulse
Für eine faire Arbeitswelt – Gegen Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung

12,3 Millionen Menschen sind weltweit von Zwangsarbeit betroffen – so sagt es der 2005 erschienene Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). 2,4 Millionen dieser Menschen befinden sich als Folge von Menschenhandel in unfairen Zwangsarbeitsverhältnissen. Menschenhandel ist eine schwere Verletzung der Menschenrechte und als moderne Form der Sklaverei ein äußerst gewinnbringendes Geschäftsfeld der organisierten Kriminalität, von skrupellosen Anwerbeagenturen und ausbeuterischen Arbeitgebern. In den Industrieländern wird die Zahl der Betroffenen auf ca. 270.000 geschätzt und in Berlin Brandenburg werden seit 2006 Fälle von Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung offi ziell registriert.
In Deutschland wurde mit dem 37. Strafrechtsänderungsgesetz vom Februar 2005 die strafrechtliche Definition von „Menschenhandel“ um „Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft“ zwar schon erweitert, dennoch fehlen immer noch umfassende Strategien, die dem Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Strafverfolgung einerseits sowie dem Opferschutz und der Prävention andererseits Rechnung tragen. Um solche Strategien zu entwickeln, bedarf es eines integrierten Ansatzes, der neben legislativen Instrumenten
auch solche einsetzt, die den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit aller beteiligten staatlichen und nichtstaatlichen Organe befördert. Dabei müssen alle betroffenen Politikfelder – Einwanderungs-, Gleichstellungs-, Beschäftigungs-, Sozial-, Entwicklungs-, Außen-, Nachbarschafts-, Asyl- und Visapolitik – an einem Strang ziehen und von Beginn an intensiv mit zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammenarbeiten, da diese wichtige Seismographen sind, wenn es darum geht, Tatbestände von Menschenhandel überhaupt erst einmal zu erkennen. Gerade in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise muss die Bekämpfung des Menschenhandels zum Zweck der Arbeitsausbeutung forciert werden, damit die Wiederbelebung und Neuausrichtung der Wirtschaft entlang der Prinzipien von guter und fairer Arbeit stattfi nden können. Diese Fachtagung soll regionalen und bundesweiten Akteuren
einen praxisbezogenen Austausch mit ihren internationalen Kolleg/innen ermöglichen. Dazu werden europäische und internationale Expert/innen gelungene Beispiele und Erfahrungen vorstellen, um regionale und bundesweite Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und sie gemeinsam zu diskutieren.

Die Veranstaltung ist organisiert von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kooperation mit dem Berliner Bündnis gegen Menschenhandel (BBGM).
Dieses Bündnis ist ein Zusammenschluss des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Bezirk Berlin-Brandenburg, der Internationalen Organisation für Migration (IOM), der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales (SenIAS).
Friedrich Ebert Stiftung