Demonstration in Buenos Aires gegen Repression und Straflosigkeit. Urheber/in: Martin Zavala/Abuelas de Plaza de Mayo. All rights reserved.

Podiumsdiskussion

Dienstag, 10. März 2026 18.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Podiumsdiskussion

Die Zukunft des Erinnerns und der Menschenrechte

Argentinien 50 Jahre nach dem Militärputsch

Bis vor kurzem war Argentinien das Vorzeigeland im Umgang mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Seit der Wiederherstellung der Demokratie im Jahr 1983 galt hier die Prämisse „Nunca más“ – Nie wieder; „Erinnerung, Wahrheit und Gerechtigkeit“ waren die Säulen, auf denen die Erinnerungspolitik des Landes ruhte.

50 Jahre nach dem Putsch vom 24. März 1976, der in eine siebenjährige zivil-militärische Diktatur mündete, steht viel auf dem Spiel. Seit ihrem Amtsantritt schwächt die Regierung von Javier Milei systematisch wichtige erinnerungspolitische Institutionen – sie kürzt Budgets, baut Arbeitsplätze ab und zerschlägt zentrale staatliche Strukturen. Sie treibt eine revisionistische Offensive voran, die Verbrechen des Staatsterrorismus werden dabei relativiert, verzerrt oder gänzlich geleugnet. Hinzu kommen verbale Angriffe gegen Menschenrechtsaktivist*innen, besonders Frauen und queere Menschen und konkrete Einschränkungen ihrer Rechte. Mit einem Wort: Die erfolgreiche Politik der aktiven Auseinandersetzung und transparenten Aufarbeitung ist gefährdeter denn je.

Welche Strategien der erinnerungspolitischen und feministischen Bewegungen gab und gibt es, um der Einschüchterung und dem massiven Abbau von demokratischen Rechten entgegenzutreten? Wie kann internationale Unterstützung aussehen? Welche Verantwortung hat Deutschland – auch aufgrund seiner Rolle während der Diktatur? 

Mit:

  • Claudia Poblete, Mitglied des Vorstands, Abuelas de Plaza de Mayo, Argentinien
  • Pate Palero, Direktorin, Católicas por el Derecho a Decidir Argentina, Argentinien

Kommentare:

  • Wolfgang Kaleck, Generalsekretär European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), Deutschland (tbc)
  • Eugx Grotz, Asamblea en Solidarid con Argentina en Berlín, Deutschland 

Begrüßung:

  • Dr. Imme Scholz, Vorstand, Heinrich-Böll-Stiftung, Deutschland 

 Abschluss und Ausblick: 

  • Annika Klügel, Projektmanagerin Lateinamerika/Cono Sur, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Deutschland

Moderation: Naira Estevez, Missy Magazine, Deutschland

Die Podiumsdiskussion endet um 20:00 Uhr. Nach einer kurzen Pause folgt um 20:15 Uhr die Filmvorführung.

Filmvorführung „Norita“ (2023)
20:15, 88min

Der Dokumentarfilm Norita ist eine Reise durch die dunkle Geschichte der Diktatur in Argentinien bis in die Gegenwart, in der sich die energetische „grüne Welle“ des Feminismus von Argentinien aus in der ganzen Welt ausbreite. Die persönliche und familiäre Tragödie von "Norita", Mitbegründerin der Widerstandsbewegung "Madres de Plaza de Mayo", ist der Ursprung ihrer unerschütterlichen Entschlossenheit und ihres furchtlosen Aktivismus.

Ein Film von Jayson McNamara und Andrea Tortonese
Spanisch mit deutschen Untertiteln. 
Mehr Infos zum Film: www.noritafilm.com
Unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Kontakt Heinrich-Böll-Stiftung: 
Bega Tesch
bega.tesch@boell.de

In Kooperation mit: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung, ECCHR


» Teilnahme vor Ort
im Konferenzzentrum der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin

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