- Mittwoch, 15. November 2006 17.00 – 20.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Bürgerschaftliches Engangement vs Professionalisierung
Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung
Bürgerschaftliches Engagement von
Migrant/innen spielt eine wichtige Rolle
für erfolgreiche Integration: Soziale
Kontakte entstehen, Berührungsängste werden
abgebaut, Integration und gemeinsames
Engagement aller für Kiez und Gemeinwesen
fördern den sozialen Zusammenhalt. Gerade
in Bezirken mit Migrationsanteil von 30-90%
ist eine konstruktive, zukunftsweisende
Gebietsentwicklung nur unter Einbeziehung
der Migrant/innen möglich.
Allerdings findet bürgerschaftliches
Engagement von Migrant/innen unter anderen
ökonomischen und sozialen Bedingungen statt
und folgt anderen Regeln, die bei der
Förderung des bürgerschaftlichen
Engagements bedacht werden müssen. Eine
Vielzahl von Initiativen geht auf das
Engagement von Migrant/innen zurück. Ohne
die Akquise von finanziellen und
personellen Mitteln können sie ihr
Engagement häufig nicht aufrecht erhalten,
mit der Einwerbung von Finanzmitteln
verliert ihre Arbeit jedoch den Status
Ehrenamt und die damit in der
Aufnahmegesellschaft verbundene
Anerkennung. Zugleich bedeutet die
Professionalisierung des Ehrenamts unter
Migrant/innen die Aufwertung der
geleisteten Arbeit und ermöglicht nicht
selten die Schaffung eines eigenen
Arbeitsplatzes, der den spezifischen
Qualifikationen und Fähigkeiten der
Migrant/innen entspricht. Damit bewegen
sich viele Gruppen im Spannungsfeld
zwischen den klassischen Kriterien des
bürgerschaftlichen Engagements und der
Notwendigkeit zur Professionalisierung.
Was können wir von dem bereits
existierenden Engagement lernen, um
MigrantInnen stärker einzubinden? Unter
welchen Voraussetzungen engagieren sich
Migrant/innen? Verspricht die
individualistische Ansprache oder die
Ansprache von Engagierten mehr Erfolg? Wie
gelingt der Übergang vom ehrenamtlichen
Engagement hin zu einer langfristigen,
eigenständigen Arbeit? Welche Rückschlüsse
sind für die Einbindung von Migrannt/innen
im Rahmen des Programms "Soziale Stadt"
denkbar?
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