Freitag, 09. Oktober 2009 – Mittwoch, 14. Oktober 2009

Well Played IV – Arabisch-Iranische Filmtage

„Der andere Blickwinkel“ - Freiräume und Grenzen

Datum, Uhrzeit
Freitag, 09. Oktober 2009, 00.00 Uhr – Mittwoch, 14. Oktober 2009, 00.00 Uhr
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Die Gesellschaften der arabischen Staaten und des Iran haben sich über Jahrhunderte zu dem entwickelt, was sie heute sind: multiethnisch und multikonfessionell. Die Menschen im Nahen Osten sind weder grundsätzlich Araber, Perser noch Muslime.

Ägypten hat seine Kopten, der Libanon seine Christen und der Maghreb hat eine lange Geschichte jüdischer Minderheiten. Der Iran definiert sich offiziell als multiethnischer Staat mit Loren, Kurden, Azeris, die alle ihre eigenen Sprachen sprechen. Auch scheinen die Vertreter vieler Religionsrichtungen – Zoroastrier, Armenier, Juden – im Islamischen „Gottesstaat“ eine relative Akzeptanz zu genießen.

Konfession und Ethnie spiegeln allerdings nur einen Bruchteil der gesellschaftlichen Vielfalt in der Region wieder: Auch Frauen, Jugendliche und Kinder, Abweichler und Nicht-Konforme, Flüchtlinge und Wanderarbeiter prägen die sozialen und kulturellen Normen ihrer Heimat, sind aber von der Beteiligung an politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen häufig ausgeschlossen.

Die jüngsten politischen Entwicklungen im Iran machen zudem deutlich, wie politisch-militärische Minderheiten gesellschaftliche Mehrheiten marginalisieren, diskriminieren und zum (vorläufigen) Verstummen bringen können. Letztendlich werden auch Filmemacher wegen ihrer potenziell kritischen Perspektive als «anders» eingestuft und entsprechend überwacht und zensiert.

Diese Filmtage präsentieren einen kleinen Ausschnitt aus dem Facettenreichtum des arabischen und iranischen Kinos, darunter Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme.

Gespräche zwischen dem Publikum, den Autoren
und den Filmschaffenden ermöglichen einen Blick auf die Lebenswirklichkeiten in der arabischen Welt und im Iran: Ein Bild jenseits von Schurkenstaaten, islamistischem Fundamentalismus und verschleierten Frauen – Themen, die in Europa reflexartig mit dieser Region in Zusammenhang gebracht werden.

Abendveranstaltungen im Rahmen der Filmtage:
Montag, 12.10. - 18.30 Uhr: `Junges Kino in Orient und Okzident`