Donnerstag, 13. November 2008 – Samstag, 15. November 2008

Konferenz: Soldatinnen. Gewalt und Geschlecht im Krieg vom Mittelalter bis heute

Datum, Uhrzeit
Donnerstag, 13. November 2008, 12.00 Uhr – Samstag, 15. November 2008, 17.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Veranstalter/in
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Der weltweit zunehmende Einsatz von Frauen als Soldatinnen in regulären wie irregulären Armeen zählt zu den augenfälligsten historischen Veränderungen des 20. Jahrhunderts. Die beschleunigte Entwicklung zum (auch bewaffneten) Kriegseinsatz von Frauen vollzog sich insbesondere im Zweiten Weltkrieg sowie in den „Neuen Kriegen“ bis zur Gegenwart, zuletzt besonders prominent im Irak.

Auf der politisch-operativen Ebene spielte und spielt sich dieser Wandel im kurzlebigen Modus der Änderung von Vorschriften und Gesetzen ab. Die damit verbundenen, oft heftigen Debatten zeigen jedoch, dass hier tief liegende Strukturen langer Dauer wirken, die sich erst der historischen Beobachtung erschließen: Geschlechterverhältnisse und damit verbundene, auf die kriegerische Gewalt bezogene Normen, Einstellungen, Mentalitäten und Praktiken, die männliche und weibliche Identitäten im Hinblick auf diese Gewalt konstruieren sowie die Kompetenzen zu ihrer Ausübung genderspezifisch verteilen und legitimieren.

Auf der Tagung „Soldatinnen“ soll erstmals im historische  und interkulturellen Vergleich die Frage diskutiert werden, was die aktive und bewaffnete Teilhabe von Frauen an Militär und Krieg sowie die Genderdiskurse und -praktiken, die sich an dieser Teilhabe ablesen lassen, jeweils über die Gesellschaften aussagen, und wie sich das aus der Vergangenheit erhobene Wissen für die Beurteilung gegenwärtiger Kriege sowie für die Konfliktprävention in der Zukunft praktisch nutzbar machen lässt.

Der zeitliche Schwerpunkt der Tagung liegt, mit einem Vorlauf vom späten Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert, auf dem 20. Jahrhundert.

Mit:
Maja Apelt, Birgit Beck, Martin van Creveld, Christine Eifler, Stig Förster, Marian Füssel, Nurit B. Gillath, Karen Hagemann, Christa Hämmerle, M. Michaela Hampf, Svetlana Hsyki Poghosyan, Gerd Krumeich, Klaus Latzel, Angelique Leszczawski-Schwerk, Maren Lorenz, Franka Maubach, Andrea Moll, Jörg Nagler, Abraham Pournazaree, Joachim von Puttkamer, Felix Römer, Silke Satjukow, Jutta Schwarzkopf, Nicola Spakowski und Barbara Wiesinger