Dienstag, 02. November 2010

Jour Fixe: `Deutschlands Run auf die Ressourcen. Wie sichern wir unseren Rohstoffbedarf?`

Eine kritische Debatte zur Rohstoffstrategie der Bundesregierung

Datum, Uhrzeit
Dienstag, 02. November 2010, 19.30 Uhr – 21.30 Uhr
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Lithium und Kobalt zur Herstellung von Batterien für Elektroautos, Titan, Chrom und Palladium zur  Meerwasserentsalzung, Ruthenium und Selen für die Photovoltaik – die deutsche Wirtschaft ist abhängig von strategischen Rohstoffen. Neben Öl, Gas, Kohle und Uran sowie Edelmetallen wie Kupfer und Gold sind das vermehrt Metalle und seltene Erden, die ihre Verwendung in Zukunftstechnologien für Telekommunikation und Klimaschutz finden.

Ein großer Teil dieser Rohstoffe befindet sich in den Ländern des Südens, die häufig von Armut und schlechter Regierungsführung geprägt sind. Der natürliche Reichtum bedeutet – aufgrund sozialer und ökologischer Folgen der Rohstoffausbeutung, gewaltsamer Konflikte und ungerechter Verteilung der Gewinne – nicht selten einen Fluch für große Teile der Bevölkerung.

Das Bundesregierung stellte am 26. Oktober 2010 seine neue Rohstoffstrategie vor. Deutsche Unternehmen sollen in ihrer Versorgung mit Rohstoffen auf dem Weltmarkt unterstützt werden.

Bundeswirtschaftsminister Brüderle benennt den Zweck der Rohstoffstrategie: “Ziel muss eine Win-Win-Situation sein. Die Partnerschaften sollen die Entwicklungsländer voranbringen, zum Beispiel durch die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften. Sie sollen aber natürlich auch der deutschen Wirtschaft nutzen.“ (Pressemitteilung Bundeswirtschaftsministerium 21.06.2010)

Folgende Fragen wollen wir an diesem Abend mit internationalen Rohstoffexperten/innen diskutieren:
- Welche Anforderungen an Menschenrechte, Transparenz, Umwelt- und Sozialstandards löst die Rohstoffstrategie ein?
- Wie weit berücksichtigt sie eine ökologische Transformation und nachhaltige Entwicklung in den Abbauländern, aber auch in Deutschland und Europa?
- Welche Art von Rohstoffpolitik brauchen wir, um einen weiteren «Ressourcenfluch», ausgelöst durch den Rohstoffbedarf für Zukunftstechnologien, zu vermeiden?
- Wie kann sicher gestellt werden, dass eine win-win-Situation für die rohstoffreichen Länder entsteht?
- Wie steht die ressourcenpolitisch aktive Zivilgesellschaft zu der deutschen Rohstoffstrategie?

Es diskutieren:
Rafael Figueroa Rincón, Koordinator Estrategia de Incidencia en Tierra y Territorio, Programm SUIPPCOL, Kolumbien
Gudrun Franken, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
Heidi Feldt, Global Policy Forum Europe
Manfred Konukiewitz, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Moderation:
Lili Fuhr, Referentin Internationale Umweltpolitik, Heinrich-Böll-Stiftung