Dienstag, 04. Oktober 2011

Werte und Haltungen – Unterwegs zu einer habituellen Unternehmensethik

In der Reihe: Eine undurchsichtige Zukunft – die Finanzwelt im Umbruch?

Datum, Uhrzeit
Dienstag, 04. Oktober 2011, 19.00 Uhr
Veranstalter/in
Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen

Am 8. Juni 2008 konnte man in der Frankfurter Allgemeinen am Sonntag lesen: „Die Marktwirtschaft schafft Wohlstand und erweitert durch Innovation und Wachstum die menschlichen Freiheitsoptionen unabhängig von der Frage, ob die handelnden Akteure einen guten oder schlechten Charakter haben. Eine Gesellschaft muss nicht erst moralisch gebessert werden, um wirtschaftlich zu funktionieren…“

Ein paar Wochen später wurde dieser Kommentar von der Realität – der Finanzkrise – jäh widerlegt. Die neue Realität ist noch nicht bei allen Kritikern einer moralischen Grundierung wirtschaftlichen Handelns angekommen. Es breitet sich aber zumindest ein Gefühl aus, dass wir in einem Zeitbruch leben. Über kurz oder lang wird das, was vorher galt, so nicht mehr weiter gelten. Diese Krise zwingt uns dazu, die Frage neu zu stellen, wie wir zusammenleben sollen. Dabei gilt es, nicht nur die Frage nach Werten, sondern auch die Frage nach inneren Haltungen zu diskutieren. Aus Sicht einer habituellen Unternehmensethik kann es keine von gelebter Moral abgelöste Unternehmenskultur geben. Es ist die Alltagsethik der Lebenswelt, die die gelebte Moral leitet und Werte und innere Haltungen ausprägt.

Über diese und weitere Thesen wird Prof. Dr. Jürgen Manemann, Direktor des FIPH, referieren und mit Ihnen diskutieren.